HV 1200

Bericht in der WN vom 3.12.2019

Wir haben vieles richtig gemacht“
Saerbeck - Tradition bewahren, die Gegenwart aktiv gestalten und Visionen für die Zukunft entwickeln: In diesem Dreiklang schreibt der Saerbecker Heimatverein seine Erfolgsgeschichte. Das zeigte einmal mehr die Jahreshauptversammlung am vergangenen Sonntag. Von Marlies Grüter

Gv 2009
Vorstand nach den Wahlen: (v.l.) Harald Schütz und Norbert Winkelmann (stellv. Vorsitzende), Martin Wenners (als Vorsitzender wieder gewählt),
Josef Berkemeier (als Schriftführer wieder gewählt) und Jürgen Zepp (Kassierer). Foto: Marlies Grüter

Bis auf den letzten Platz besetzt war die Bürgerscheune. Mehr als 200 Heimatfreunde machten mit ihrer Anwesenheit das große Interesse an der Arbeit des Vereins deutlich.

200 Heimatfreunde
Mehr als 200 Heimatfreunde kamen. Foto: Marlies Grüter

Die Regularien handelte die Versammlung, gestärkt durch ein leckeres Abendessen, schnell ab. Kassierer Jürgen Zepp legte die Zahlen aus 2018 offen und zog in seinem Bericht eine positive Kassenbilanz. „Wir haben Vieles richtig gemacht in den vergangenen Jahren“, konstatierte auch Harald Schützen, stellvertretender Vorsitzender mit Blick auf die stetig steigenden Mitgliederzahlen im Heimatverein. Sein Lob richtete Schütz an alle Aktiven im Verein, besonders an seine Vorstandskollegen. So waren sich die Heimatfreunde dann auch sofort einig bei den anstehenden Wahlen. Einstimmig wurden Martin Wenners als Vorsitzender und Josef Berkemeier als Schriftführer in ihren Ämtern bestätigt. Heike Hoppe und Clemens Leuermann übernehmen die Aufgabe der Kassenprüfung.

Ein Herzstück der Arbeit des Heimatvereins sind die Führungen im Brennereimuseum, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. „Die Nachfrage ist deutlich gestiegen“, informierte Franz-Josef Engeler die Heimatfreunde. Insbesondere junge Leute finden über verschiedene kreative Angebote den Weg in den Heimatverein. Darüber informierte Antonius Grüter in seinem bebilderten Jahresrückblick „Up Platt“. Von Unterrichtsgestaltungen in der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule, über Klönabende und Ausflüge bis hin zu gemeinsamen Projekten mit der Landjugend reichen die vielfältigen Aktivitäten des Heimatvereins. Sie dokumentieren das rege Vereinsleben für alle Generationen.

Mit den unterschiedlichsten Veranstaltungsformaten soll die erfolgreiche Arbeit im nächsten Jahr fortgeführt werden. Dazu gehören der „Talk up Platt“ und weitere Projekte, in die der Heimatverein involviert ist: Geplant ist, eine Fahrrad-Naturroute rund um Saerbeck zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein Klimakommune, der Uni Münster und der NRW-Stiftung soll im Bioenergiepark das Thema „Kalter Krieg im Münsterland“ erarbeitet werden und in Kooperation mit der Kolpingsfamilie wird das Projekt „Lieblingsorte“ in Saerbeck gestartet.

Gospel Chor
Der Kolping-Gospelchor trat auf. Foto: Marlies Grüter

Für beste adventliche Stimmung zum Jahrestreffen der Heimatfreunde in der Bürgerscheune sorgten Tannengrün und Kerzenschein sowie der Kolping-Gospelchor „Feel go(o)d“. Die Sängerinnen und Sänger hatten unter der Leitung von Annette Richter-Westermann passende traditionelle und moderne weihnachtliche Lieder ausgewählt und luden die Heimatfreunde auch zum Mitsingen ein.

siehe auch Galerie Generalversammlung 2019

 

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Erlebnisreise nach Mecklenburg-Vorpommern

Die diesjährige Mehrtagesfahrt des Heimatvereins Saerbeck führte die die über 50 Teilnehmer  nach Mecklenburg-Vorpommern in die Hansestadt Demmin. Mit einem örtlichen Reisebegleiter wurden die Sonneninseln Rügen und Usedom “erfahren”. Beeindruckend auf Rügen war der Besuch des UNESCO Weltnaturerbes “Alte Buchenwälder” im Nationalpark Jasmund. Hier durfte natürlich auch ein Besuch des “Königstuhls” an den bekannten Kreidefelsen nicht fehlen.
Eine Besichtigung der großen Störtebeker Naturbühne, direkt am Strand der Ostsee gelegen rundete diesen Tag auf der Insel Rügen ab.
Eine Erlebnisreise durch die Welt der nördlichen Meere, ohne nasse Füße zu bekommen, bot der Besuch des Ozeanums in der Hansestadt Stralsund, in dem die vielfältige und geheimnisvolle Unterwasserwelt des Nordens erkundet werden konnte. Ein geführter Rundgang durch die Stralsunder Altstadt durfte an diesem 2. Tag der Reise aber auch nicht fehlen.
Ein Besuch der sonnenreichen Insel Usedom mit kilometerlangen, feinsandigen Stränden und den  Kaiserbädern Heringsdorf und Ahlbeck, geprägt durch eine Vielzahl architektonischer und reizvoller Eindrücke, durften am folgenden Reisetag natürlich nicht fehlen.
Im Gegensatz dazu stimmte die Reisenden der Aufenthalt auf dem Gebiet der ehemaligen Versuchsanstalt für Militärwaffen aus dem 2.Weltkrieg in Peenemünde sehr nachdenklich, wo u.a. damals die Rakete entwickelt wurde, die Tod und Verwüstung bis nach England trugen.
Auf der Heimreise wurde die Landeshauptstadt Schwerin mit dem bekannten Schloss sowie die Altstadt  unter fachlicher Führung erkundet. 

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Bericht in der WN vom 29.10.2019

Halbtagestour zum Fussballmusuem in Dortmund

Saerbeck - 40 Teilnehmer besuchten am Samstag das Fussballmuseum in Dortmund.
Kann man Fußball überhaupt in einem Museum zeigen?
Dass dies möglich ist, davon konnten sich am Samstagnachmittag die 40 Teilnehmer überzeugen,
die sich unter Leitung des Heimatvereins auf den Weg in das deutsche Fußballmuseum nach Dortmund aufgemacht hatten.

Runde

Foto Heimatverein Saerbeck
In zwei Gruppen aufgeteilt, erfuhren die Saerbecker in einer Führung viele Details und Anekdoten über die Geschichte der Nationalmannschaft, dem Werdegang des Frauenfußballs, aber auch über das Auf und Ab des Vereinsfußballs. Nach dem 120 minütigen kurzweiligen Rundgang durch das 3.000 qm große Museum, in dem 3D-Animationen begeisterten, da sie dafür sorgten, dass Fußballgrößen wie Sepp Herberger wieder erlebbar wurden, konnten die Besucher noch selbst gegen den Ball treten. Torwandschießen, Kickerspiele und ein Indoor-Fußballplatz luden zum Selbermachen ein.
Dabei waren die jungen Teilnehmer besonders erfolgreich. Beim Dribbeln stellten die mitgefahrenen Kinder eine Allzeitbestmarke auf.
Am Ende der Veranstaltung waren sich alle einig: Es war eine gelungene Halbtagestour, die Jung und Alt begeisterte.
Stadion

Foto Heimatverein

 

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Heimatpflege einmal anders.
Der Heimatverein Saerbeck lädt seine Mitglieder zu einem Besuch des deutsche Fussballmuseums in Dortmund ein.
Die Tour findet statt am 26. Oktober. Start ist um 12.00. Mit einem Bus geht es nach Dortmund, vor Ort wird eine Führung durchs Museum angeboten, die Rückkehr in Saerbeck ist für 18.00 Uhr geplant. Die Gesamtkosten betragen für Erwachsene 20 €, für Kinder 15 €.
Anmeldungen sind ab sofort online möglich über die Homepage des Heimatvereins Pfeil
oder telefonisch bei Harald Schütz Harald.

Die Besucher erwartet in Dortmund mehr als nur ein Museum. Magische Momente und Originalexponate des Fussballs sowie technisch-interaktive Highlights einschliesslich eines 3-D-Kinos machen deutlich, warum der Fussball als die bedeutendste Nebensache der Welt gilt. 2015 eingeweiht, beherbergt das DFB-Museum einmalige Fundstücke der deutschen Fussballgeschichte wie die von allen Spielern unterschriebene  Originalverpflichtungserklärung der DDR-Elf bei der WM 1974, den aus dem Rasen herausgefrästen Elfmeterpunkt, von dem Andreas Brehme 1990 beim WM-Finale  in Rom den Siegtreffer gegen Argentinien schoss. Auch der originale, ungeputzte Fussballschuh von Marion Götze ist zu sehen, mit dem er 2014 -erneut gegen Argentinien- in der Verlängerung das entscheidende Tor zum 4.WM-Titel schoss. Und natürlich wird auch das Geheimnis um das berühmt-berüchtigte dritte Tor beim WM-Finale 1966 in Wembley gelüftet.

All das und noch viel mehr wird den Teilnehmern unter fachkundiger Führung präsentiert und erläutert. Und am Ende werden auch alle wissen, welcher Spieler es weltweit als einziger geschafft hat, bei zwei Weltmeisterschaften zwei Elfmeter mit zwei verschiedenen Füssen zu verwandeln.

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Der besondere Kreuzweg

 Der besondere Kreuzweg in Saerbeck

Junge Leute für den Heimatverein zu interessieren und gleichzeitig ein Stück Saerbecker Heimatgeschichte zu vermitteln.
Beides ist dem Heimatverein mit  seinem "Kreuzweg der besonderen Art" gelungen. Viele junge Saerbecker folgten Josef Berkemeier und Peter Dütsch zu dieser ungewöhnlichen Exkursion auf Schusters Rappen.
Besucht wurden die Standorte der historischen und noch betriebenen Gaststätten im Saerbecker Ortskern. Und das waren einige.
Deutlich mehr als es die gut 20 Teilnehmer im Vorfeld geahnt haben. Namen wie Hase, Unkel, Hagemann, Möllers (Hilbert),Liesenkötter, Willebrandt, Dyckhoff, Dierksen (Winter), der Dorfkrug, seit 1974 Dahm`s Hoff und ausserhalb des Ortskerns Deitermann (Potthoff), Kloppenburg (Mersmann), Ruhmöller, Stegemann und andere verschafften den Saerbeckern ein dichtes  gastronomisches Angebot. Hinzu kamen noch die 3 Schnapsbrennereien der Familien Dalmöller-Nienhaus (heute Brennereimuseum und Heimathaus), Deitermann und Hase.
Unter der sachkundigen Führung von Josef Berkemeier und Peter Dütsch wurden nicht nur die verschiedenen Stätten der Saerbecker Gastbetriebe aufgesucht, zu jeder wurden auch überlieferte Geschichten und zahlreiche "Dönkes" aus alten Tagen erzählt.
Und natürlich gab es auch das eine oder andere passende Getränk dazu. Auch die "Sol-Eiertradition" der historischen Gastststätte Willebrandt wurde wieder belebt.
Die Teilnehmer erfuhren eine Menge über die wechselvolle Geschichte des Saerbecker Gaststättengewerbes. Um 1900 gab es für die seinerzeit  1570 Einwohner  sagenhafte 15 Schankstuben und Gaststätten! Vor allem der sich stetig entwickelnde Fuhrmannsbetrieb von Ibbenbüren nach Münster sorgte neben der Nachfrage durch die einheimische Bevölkerung für zusätzliche Gäste. Allein um die Saerbecker Kirche herum gab es in Spitzenzeiten gleich 6 Schankstuben, in denen man geselligen Kontakt pflegen konnte. Das Bier dazu  kam aus Münster, Greven und Burgsteinfurt. Weil nicht jeder gleich gut mit dem Gerstensaft und dem Klaren umgehen konnte, wurden zeitweise "Säuferlisten" ausgehängt. Wer darauf namentlich genannt war, dem durften die Wirte bei Strafe keinen Alkohol ausschenken.
1930 verfügte Saerbeck immer noch über 9 Gaststätten. Bei Hagemann, Möllers und Liesenkötter konnte man auch übernachten.
1982 gab es dann im Ortskern mit den Gaststätten Möllers (später "Zur Post"), Else Winter (heute Markt 23) und dem Dorfkrug nur noch 3.
Die Gaststätte Hagemann war 1981 der Dorfkernsanierung zum Opfer gefallen. Hier steht heute das Cafe Liesenkötter.
Viele historische Begebenheiten und Dönkes wussten Peter Dütsch und Josef Berkemeier anschaulich zu jedem Standort erzählen. Manch einer der Teilnehmer konnte aus Erzählungen von Eltern und Grosseltern den einen oder anderen Schwank beisteuern. Und so verging die Zeit im Fluge.
"Ein anschauliches Stück Orts-und Heimatgeschichte, lebendig und anschaulich präsentiert und erzählt", zogen am Ende alle ein positives Fazit. "Und Spass gemacht hat es auch noch."
Beim Abschluss im Heimathaus bestand dann noch ausreichend Gelegenheit, das Erlebte bei Bier und Bratwurst noch einmal Revue passieren zu lassen  und zu vertiefen.

Das Ziel, junge Saerbecker für Heimat- und Ortsgeschichte und die Arbeit des Heimatvereins zu intessieren, wurde voll erfüllt. Der "besondere Kreuzweg"  wird sicher nicht das letzte Mal gegangen worden sein.

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