HV 1200

Vortragsabend zum Thema „Saerbeck und Waterloo“

Vor der Infowand des Heimatvereins zum Themenabend: (v.l.) Martin Wenners, Matthias Eising, Norbert Winkelmann, Dr. Dirk Ziesing (Referent), Thomas Witt und Josef Berkemeier. Foto: Heimatverein


In Frauenkleidern vor dem Militärdienst gedrückt

Bericht in der WN vom 19.3.2019

Saerbeck - Über große Resonanz freute sich der Vorstand des Heimatvereins. Mehr als 60 Teilnehmer lauschten den Ausführungen des Historikers Dr. Dirk Ziesing zum Thema „Saerbeck und Waterloo“.

Votrag Vogelpohl
Vor der Infowand des Heimatvereins zum Themenabend: (v.l.) Martin Wenners, Matthias Eising, Norbert Winkelmann, Dr. Dirk Ziesing (Referent), Thomas Witt und Josef Berkemeier. Foto: Heimatverein

Der Referent aus Bochum brachte viele Informationen von Saerbecker Bauernsöhnen mit. Lebenslinien von jungen Männern hatte er in Archiven aufgespürt, die als Soldaten an den napoleonischen Kriegen teilnehmen mussten.

Schmunzelnd berichtete er über einen Vorfall von vier Saerbeckern, die sich vor dem Militärdienst zu drücken versuchten, indem sie sich in der Heide versteckt hielten. Lediglich sonntags kamen sie ins Dorf, damit sie die Heiligen Messe besuchen konnten. Um nicht erkannt zu werden, hatten die Vier sich als Frauen verkleidet, schreibt der Heimatverein. Doch die Täuschung währte nicht lange. Die Militärpolizei deckte sie auf. In Gewahrsam genommen, mussten sie zur Strafe bis zu ihrer Einkleidung als Soldaten in einer Kaserne in Münster die Frauenkleider anbehalten.

Anschließend ging Dr. Ziesing auf seine Forschungsergebnisse zu Hermann Anton Vogelpohl ein. Die Zuhörer staunten, mit welcher Detailtiefe er es vermochte, den militärischen Werdegang des Ritters der Ehrenlegion nachzuzeichnen. In sechs Jahren legte Vogelpohl als französischer Soldat über 10 000 Kilometer reitend oder zu Fuß zurück. 1809 kämpfte er in Österreich, ein Jahr später gegen die spanische Guerilla an der Grenze zu Portugal, 1812 marschierte er gegen Russland und 1813 gegen die Preußen in Leipzig. Im Laufe dieser Kämpfe wurde Luis von Leichtenschneider, ein hochrangiger Offizier, dessen Ordonanz Vogelpohl war, von fünf Kosaken überwältigt und gefangen genommen. Als Vogelpohl das bemerkte, ritt er beherzt auf sie zu, konnte vier von ihnen niederstrecken und den fünften Kosaken gefangen nehmen. Diese Tat wurde durch einen Orden und die Erhebung in den Adelsstand belohnt.

Dr. Ziesing schloss seine Ausführungen nach viel Applaus mit dem Hinweis, dass erst die Unterstützung des Heimatvereins es möglich gemacht habe, die wahre Geschichte des Ritter von Vogelpohl dem Nebel der Vergangenheit zu entreißen.

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Schnapsweisheiten


Schnapsweisheiten und andere Geschichten im Markt 23 Der Münchhausen von Saerbeck

Bericht in der WN vom 16.3.2019

Saerbeck - Was bei Kinofilmen beliebt ist, hat auch beim Heimatverein geklappt: das Spin-Off, das Herausziehen einer bestimmten Rolle oder eines Themas zu einer eigenen Produktion. Von Alfred Riese

 
Schnapsweisheiten
Mitreißende Erzählerin: Maria Timmermann liest „Schnapsweisheiten“ des Heimatvereins am Herdfeuer im „Markt 23“. Foto: Alfred Riese

Kneipe voll, Dauerlächeln im Gesicht des Wirts, die Bedienungen flitzen und regelmäßig wird gelacht und applaudiert. Nachdem Josef Berkemeier vom Heimatverein zu Beginn noch vorsichtig von einem „Experiment“ gesprochen hatte, konnte man schon während des „Abends mit Schnapsweisheiten und anderen Geschichten am Kamin“ feststellen: Experiment geglückt.

Was bei Kinofilmen beliebt ist, hat auch beim Heimatverein geklappt: das Spin-Off, das Herausziehen einer bestimmten Rolle oder eines Themas zu einer eigenen Produktion. Bei den „Schnapsweisheiten“ bildete der Band „Herdfeuergeschichten – Saerbecker erinnern sich“, den der Verein im vergangenen Jahr herausgebracht hat, die Grundlage. Für den Themenabend in der Kneipe griffen sich Albert Stakenkötter und Maria Timmermann als Vorleser und Erzähler schwerpunktmäßig die Geschichten heraus, die mit alkoholhaltigen Getränken zu tun hatten.

Saitentasten
Die Gruppe Saitentasten spielte beim Geschichtenabend. Foto: Alfred Riese

„Volles Haus“, stellte Josef Berkemeier zufrieden und ein bisschen erleichtert fest. „Wir haben es wieder ans Laufen bekommen, dass am Herdfeuer erzählt wird“, freute er sich. Tatsächlich glühte das Herdfeuer im „Markt 23“ rot vor sich hin an diesem Abend. Es war aber wegen der vielen Gäste kaum zu sehen.

„Backs Bänd, der Münchhausen von Saerbeck“ war eine der Geschichten, die der Heimatverein aufs Programm setzte. Alfred Maimann hatte sie 1934 erlebt und zu den „Herdfeuergeschichten“ beigesteuert. Eigentlich ist es eine Anekdote über den Ersten Weltkrieg, mit der Backs Bänd den jungen Alfred zum Narren hielt und sich mit der Lügengeschichte den Ruf als örtlicher Münchhausen erwarb: im russischen Winter vom Aussichtsposten auf einem Baum auf das herunter gefallene Gewehr pinkeln und es mit der gefrorenen Stange wieder hoch holen.

Albert
Applaus für Albert Stakenkötter (links). Foto: Alfred Riese

Es sind Details, die bei solchen aufgeschriebenen Erinnerungen ganz normaler Leute an einem solchen Herdfeuerabend in der Kneipe auffallen. Bevor Backs Bänd dem jungen Alfred die Geschichte auftischte, verspeiste er sein Schwarzbrot mit Speck. Schwarzbrot hatten Gäste des Heimatvereins auch auf den Tischen, allerdings mit Käse.

Vorleser und Erzähler Albert Stakenkötter kam mitunter gar nicht so recht zum Zuge, weil die Saerbecker an der Theke oder an den Tischen selbst noch etwas beizutragen hatten aus ihren Erinnerungsschätzen. Ist das wirklich der Benannte auf dem projizierten Bild auf der Leinwand? Stimmt die Jahreszahl? Da kam live und spontan so einiges rüber. Genau dazu hatte Josef Berkemeier auch ausdrücklich eingeladen.'
Man darf gespannt sein, was diesem Heimatverein als nächstes einfällt.

 

 

 

 

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Die Grevener Straße im Fokus

Die Grevener Straße im Fokus
Klöncafé des Heimatvereins begeistert über 100 Besucher
Bericht in der WN vom 19.2.2019
Saerbeck - Man wähle eine alte Dorfstraße aus, rücke sie mit historischen und aktuellen Bildern in den Fokus und lasse Menschen aller Generationen ihre Erinnerungen, Geschichten und Anekdoten berichten. Dazu ein gemütliches Ambiente, Kaffee und selbst gebackenen Kuchen – und fertig ist das Klöncafé.

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Generalversammlung 2018

Heimatideen füllen die Scheune
Bericht in den Westfälischen Nachrichten vom 4.12.2018

Bis auf den letzten Platz besetzt war die adventlich geschmückte Bürgerscheune am Sonntagabend. Die Einladung des Heimatvereins zur jährlichen Jahreshauptversammlung hatte wieder rund 200 Mitglieder zusammengeführt.

 
An der Seite des Heimatvereinsvorsitzenden Martin Wenners (2.v.re.) stehen die beiden Stellvertreter Norbert Winkelmann ((re.) und Harald Schütz (2.v.li.). Den Vorstand komplettieren Schriftführer Josef Berkemeier (li.) und Kassierer Jürgen Zepp (3.v.re.). Aus dem Vorstand verabschiedet wurde Reinhard Dyckhoff (3.v.li.). Foto: Marlies Grüter

Auf sie wartete ein abwechslungsreiches Programm, in dem auch die Regularien ihren festen Platz hatten.

Gestärkt mit einem winterlich-deftigen Schmaus machten sich die Heimatfreunde unter der Leitung des Vorsitzenden Martin Wenners an die Arbeit und lauschten dem Kassenbericht von Jürgen Zepp. Während in den vergangenen Jahren immer ein leichtes Plus in der Kasse dazu führte, dass die Rücklagen für schwierigere Zeiten aufgefüllt werden konnten, musste diese nun ein wenig „angeknabbert“ werden. Grund sind die – erwarteten – Kosten für die Instandhaltung des Heimathauses und des Brennereimuseums sowie der Betriebsausstattung.

Die Kassenprüfer Stefan Kordes und Alfons Günnigmann durchleuchteten die Finanzen des Heimatvereins und kamen zu dem Schluss: „Alles in bester Ordnung.“ Einer Entlastung des Kassierers und des Vorstandes stand deshalb nichts im Weg. An der Satzung des Vereins mussten nicht zuletzt vor dem Hintergrund der neuen Datenschutzrichtlinien redaktionelle Änderungen vorgenommen werden. Harald Schütz stellte diesen Punkt der Versammlung vor.

Einig waren sich die Heimatfreunde bei den anstehenden Wahlen. In Zukunft werden die Aufgaben des zweiten Vorsitzenden auf zwei Schultern verteilt. Harald Schütz und Norbert Winkelmann wurden von der Versammlung mit diesen Aufgaben betraut. Reinhard Dyckhoff stand für das Amt nicht mehr zur Verfügung. Die Kasse des Vereins wird weiterhin von Jürgen Zepp geführt. Die Prüfung der Finanzen übernehmen im kommenden Jahr Alfons Günnigmann und Heike Hoppe.

Der Jahresbericht mit vielen Fotos und bewegten Bildern zeigte der Versammlung einmal mehr, wie vielseitig und aktuell der Heimatverein aufgestellt ist. Antonius Grüter ließ in plattdeutscher Sprache das Geschehen im Dorf Revue passieren. Unterstützt wurde er von Willi Beuning, der auf die mehrtägige Reise des Heimatvereins zurückblickte.

Das Projekt, an einzelnen Straßenzügen die Entwicklung des Dorfes zu dokumentieren, trifft auf großes Interesse bei den Bürgern. Nach der Lindenstraße soll im kommenden Jahr die Grevener Straße im Mittelpunkt stehen.

Das Programm für 2019 gibt es online. (siehe hier)

 

 
 

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Kalender und Buchvorstellung

Für das Kalenderjahr hat der Heimatverein erstmalig einen Kalender mit ausgewählten historischen Ansichten Saerbecks drucken lassen. Dank der Unterstützung durch die Kreissparkasse Steinfurt, des BHD-Pflege-Teamsund der Bürgerstiftung Saerbeck kann der Kalender für 12,00 € angeboten werden. Vorgestellt wird er zusammen mit dem Buch "Herdfeuergeschichten" des Heimatvereins am 15.11.2018 um 19.30 Uhr im Bürgerhaus.

Kalender01  Kalender09  HAN 002 289

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