HV 1200

Geschichten von der Lindenstrasse-Klöncafé

Bericht in den Westfälischen  Nachrichten am 20.2.2018
2018 02 17 Kloencafe     Foto Marlies Grüter

Saerbeck - Das Rezept ist so einfach wie genial: Man nehme eine „alte“ Dorfstraße, rücke sie mit historischen und aktuellen Bildern in den Fokus und lasse Menschen aller Generationen ihre Erinnerungen, Geschichten und Anekdoten berichten. Dazu ein gemütliches Ambiente, lecker Kaffee und selbst gebackenen Kuchen – und fertig ist das Klöncafé.

Das Veranstaltungsformat des Heimatvereins kommt an. Am Samstagnachmittag füllten über 100 Besucher das Pfarrheim bis auf den letzten Platz, um über die Lindenstraße zu schnacken. Viel Mühe und akribische Vorbereitung steckten in der Präsentation des Heimatvereins. Thomas Witt , Josef Berkemeier und Jürgen Zepp hatten Fotos aus den vergangenen 50 Jahren ausgegraben und Videos aus dem Nachlass von Dr. Gerhard Wünsche gesichtet und aufbereitet.

Warum die Lindenstraße ihren Namen trägt, machten schon die ältesten Bilder deutlich: Eine Lindenallee säumte die Straße, die sich aus dem Dorfzentrum kommend Richtung Lengerich schlängelt. Ludger Dierksmeier kommentierte gekonnt die Fotoserie. „Damals hatten die Saerbecker noch freie Sicht von Lehmann bis Vogelpohl“, sagte er und lenkte den Blick auf die Dorfentwicklung im östlichen Gemeindegebiet. Der Bau des Schul- und Sportzentrum und die Wohnsiedlungen Eschgarten I, II und Haselstiege kennzeichnen den Weg des Wachstums des Dorfes.

Einschneidend war der Ausbau der Lindenstraße Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Linden mussten weichen, um die Häuser an die Kanalisation anzuschließen und die Fahrbahn nebst Rad- und Fußweg zu verbreitern. „Die Bauarbeiten haben zwei Schützenfeste lang gedauert“, wussten die Mitglieder des Vorbereitungsteams und ließen zum Beweis bewegte Bilder sprechen. Dass auch die Kirmes und der traditionelle Markt am Kirmesmontag ohne die Lindenstraße nicht denkbar gewesen wären, überraschte besonders die jüngeren Besucher des Klöncafés. „Im nächsten Jahr werden wir eine weitere Dorfstraße beleuchten“, versprachen die Aktiven des Heimatvereins.

Von Marlies Grüter

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