HV 1200

Das Brennereimuseum strahlte am Freitagabend deutlich nach Saerbeck hinein und darüber hinaus. Zum 20-jährigen Bestehen wagte der Heimatverein ein ungewöhnliches Format für die Feier: „Brennerei in anderem Licht“ mit farbigen Illuminationen.

Das Brennereimuseum strahlte am Freitagabend deutlich nach Saerbeck hinein und darüber hinaus. Zum 20-jährigen Bestehen des Ensembles aus der alten Kornbrennerei Dalmöller-Niehaus und dem Heimathaus an der Grevener Straße wagte der Heimatverein ein ungewöhnliches Format für die Feier: „Brennerei in anderem Licht“ mit farbigen Illuminationen der Gebäude außen und vor allem der Brennereitechnik innen.
Lichterfest beim Heimatverein Brennerei in anderem Licht image 1024 width  Foto Alfred Riese

Dieses Experiment und Wagnis kann der Heimatverein als vollen Erfolg verbuchen. Und auch der Verein selbst, von manchen vielleicht als heimattümelnd oder nicht ganz im Hier und Heute stehend angesehen, steht spätestens nach seiner Jubiläumsfeier „in anderem Licht“ da: bunt und lebendig.

Es waren wohl einige hundert Menschen, die die Glocke an der Eingangstür stetig bimmeln ließen an diesem Abend. Drinnen erwartete die Besucher, darunter auch viele junge Leute und einige Auswärtige, von der Sache her das gleiche wie sie es auch sonntags zu den Öffnungszeiten besichtigen könnten. Das Kupfer der Kessel und Rohrleitungen in tiefem Rot, das Metall der Zahnräder und das Leder der Riemen in sattem Orange und Kesselanlagen in kühlem Blau erzeugten allerdings einen ganz eigenen Reiz. Das so geweckte oder verstärkte Interesse bekamen die Mitglieder des Heimatvereins zu spüren, deren Kurzführungen am Ende wegen mancher Nachfrage gar nicht so kurz ausfielen.

Heimathaus und Brennereimuseum zeigten sich einladend, und das lag nicht nur an den Salznüssen auf den Tischen. Die Theke am alten Dampfkessel, die „Außengastronomie“ mit Grillwurst in der „Künstlergasse“ und die „gute Stube“ mit ihrem Herdfeuer als Ort zum Hinsetzen und Klönen wirkten. „Wir können heute den Ort, wo früher gearbeitet wurde, erleben mit den Köstlichkeiten von damals“, freute sich Heimatvereinsmitglied Wilhelm Beuning mit einem Tablett „Hausfreund“-Kräuterlikör nach Saerbecker Originalrezept.

Neben ihm suchten jüngere Besucher offensichtlich gerade eine Bilderwand ab nach Fotos von älteren Verwandten, die bei der Renovierung der Gebäude in den Jahren 1992 bis 1998 mitgearbeitet hatten. Erstbesucher wunderten sich zwei steile Treppen höher, wie authentisch die alten Anlagen dabei hergerichtet worden waren.

Die Geschichte des Gebäudes und der Kornbrennerei in Saerbeck, die alte Technik, die Arbeit des Heimatvereins, Verwandte auf alten Fotos: alles interessierte. „Toll gemacht vom Heimatverein“, lobte eine Besucherin und meinte sowohl das Museum wie auch das Lichterfest zu dessen 20-Jährigen. Eine andere sagte, sie sei schon manchmal im Museum gewesen, entdecke aber immer wieder etwas neues Altes, am Freitag in einem Regal eine eiserne Piepkoken-Zange. Wenn man den Leuten vom Heimatverein bei ihren Führungen zuhörte, die Anekdoten, Fakten und Erklärungen, wurde rasch deutlich, wie sehr sie für die Brennerei brennen.

„Die erfreuliche Enge“ (Beuning) löste sich erst gegen Mitternacht auf. „Treffpunkt Heimatverein“, das war die Jubiläumsfeier auch. Als Nächstes hat der Heimatverein die Präsentation seiner gesammelten „Herdfeuer-Geschichten und eines Kalenders im Köcher.
Bericht: Alfred Riese WN

siehe hierzu auch Bilder in der Galerie Lichterfest 2018

DANK an Firma Reuter Events für die Illumination der Brennerei.
Wirklich gut gelungen!
Heimatverein Saerbeck

 

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