HV 2020

Verheerende Folgen für den Boden!

04 Bild1 Foto Bertling Haar 1953

 

 

Die gerbstoffhaltige Streu der großflächig auftretenden Heide verwitterte nur langsam und bewirkte eine weitere Versauerung des bereits an Basen armen und mäßig sauren Sandbodens. Durch das feuchtgemäßigte Klima unserer Breiten gefördert, entwickelte sich in den Jahrhunderten auf den verödeten Flächen so der Bodentyp des Podsols aus. Die Bezeichnung Podsol stammt aus dem Russischen und bedeutet frei übersetzt „Ascheboden“ und bezieht sich damit auf den aschgrau gebleichten Bodenhorizont.

 

05 Bild1 Podsol Foto Josef Berkemeier HeimatvereinPodsol-Böden bilden sich aus quarzreichen Ausgangsgesteinen wie Sandstein, Granit oder wie im Münsterland aus lockeren, ebenfalls quarzreichen Sanden der Eiszeiten, wie z. B. Dünensand. Der geringe Gehalt an verwitterbaren Mineralen führt einerseits zu einem Mangel an Tonmineralen und andererseits zu geringem Puffermögen gegenüber der Bodenversauerung. Aufgrund des niedrigen pH-Wertes kommt es zu einer abwärts gerichteten Verlagerung (Auswaschung) von Eisen- und Aluminiumhydroxid (als natürlicher Bestandteil des Bodens) sowie Huminstoffen (aus dem Streuabbau) mit dem Sickerwasser aus dem Ober- in den Unterboden. Dort werden, bei etwas höheren pH-Werten, die Eisen-, Aluminium- bzw. Humusverbindungen wieder ausgefällt bzw. fixiert. Es entsteht ein ausgeblichener, stark verarmter Oberbodenhorizont und ein mit Eisenverbindungen und/oder Humus stark angereicherter Unterbodenhorizont. Die Entwicklung dauert bis zu 1000 Jahre. Der grobporige (wasserdurchlässige) und nährstoffarme Podsol (wenig Humus im Mineralboden) weist aufgrund des niedrigen pH-Wertes ein geringes Bodenleben auf. Dies führt in natürlichem Zustand unter Wald zu einer schwer abbaubaren, mächtigen Rohhumusauflage, die aufgrund ihrer geringen Mineralisierung nur in geringen Mengen pflanzenverfügbare Nährstoffe liefert. Die wasserstauende Ortsteinschicht behindert das Wurzelwachstum. Durch Kalkung und intensive Humuswirtschaft mit Grün- und Stalldüngung kann die Fruchtbarkeit des leicht zu bearbeitenden Podsols deutlich verbessert werden.

(Quelle: Wikipedia)

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