Wiesmanns Bild

Wiesmanns Bild 2„Wiesmanns Beld“ ist ein besonders aufwändig gestalteter, 1758 errichteter und damit wohl zweitältester Bildstock Saerbecks; er enthält gleich fünf Reliefs.

Nachdem der Bildstock früher auf dem Hofgelände mehrfach umgesetzt wurde, steht er seit 1910 unmittelbar vor der östlichen Einfahrt zum Hof Entrup (früher Wiesmann), Südhoek 10, erreichbar über einen vom Südhoek (in Fahrtrichtung ortsauswärts) abzweigenden Stichweg.

Das vordere Relief stellt die Vermählung Mariens mit Josef im Jerusalemer Tempel dar, ein für Bildstöcke eher seltenes Motiv. Auf der Rückseite ist die Himmelfahrt Mariens in barocker Gestaltung, einem themengleichen Gemälde von Peter Paul Rubens entsprechend, abgebildet. Die Seitenwangen zeigen rechts den heiligen Georg im Kampf mit dem Drachen und links den heiligen Lazarus, dem ein Hund vor dem Haus des reichen Mannes die Wunden ableckt. Im bekrönten Giebel ist die Trinität (Dreifaltigkeit) dargestellt.

Das Unterteil des Bildstocks trägt vorne und hinten jeweils Schriftplatten mit Fürbitten.

Links daneben, ca. 40 cm vom Lazarus-Bild entfernt, steht ein 75 cm hoher, quadratischer (29x29 cm) Opferstock aus Stein, der bis zum 2. Weltkrieg noch für Geldspenden verwendet wurde.

Die Bezeichnung „Wiesmanns Beld“ geht auf den früheren Namen zurück, den der jetzige Hof Entrup fast 1000 Jahre lang trug. Die Eheleute Anna und Otto Wiesmann ließen den Bildstock 1758, fünf Jahre nach ihrer Hochzeit, errichten. Vermutlich sollte der Hof damit „vor schlechten äußeren Einflüssen bewahrt werden“.

Aufgrund starker Verwitterung, vor allem im Bereich des Lazarus-Reliefs, musste der Bildstock 1967 vom Münsteraner Bildhauer Günther Stuchtey grundlegend restauriert werden. Seit den 1980iger Jahren erfolgten mehrere weitere Restaurierungen, die zu einem aktuell guten Erhaltungszustand beitrugen.

Nach der ersten Restaurierung ließ der Heimatverein, der sich zuvor für die kostenintensive Maßnahme und seine landesseitige Bezuschussung eingesetzt hatte, 1967 eine Urkunde auf Pergamentrolle mit den Auftragsdaten in eine Messinghülse einlöten und in den Hohlraum des Unterteils einfügen.

„Wiesmanns Bild“ steht seit 1992 unter Denkmalschutz.

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