HV 2020

Mersmanns Kreuz

Mersmanns Kreuz 1Es handelt sich um ein 1992 von der Familie Mersmann auf ihrem Hof, am Lengericher Damm 25, errichtetes hölzernes Kreuz, welches mit einem deutlich älteren Korpus aus Zinn versehen wurde. Dieser Korpus hing ursprünglich an einem in der Ostbeverner Bauerschaft Überwasser vor dem Hof Große Westhues stehenden Wegekreuz.

Das hellbraun gehaltene neue Kreuz wurde von der Schreinerei Engbert aus Brochterbeck gefertigt. Dabei wurden alte Eichenbalken verwendet, die schon lange auf dem Hof lagerten. Das Hofkreuz steht auf einem breiten rechteckigen, aus roten Ziegelsteinen gemauerten Sockel. Es wird von einem Holzdach vor Witterungseinflüssen geschützt. Unter dem Giebel, oben am Längsbalken, befindet sich eine INRI-Inschrift.

Bei dem im Dreinageltypus gehaltenen Korpus Christi ist der Kopf mit Dornenkrone leicht nach rechts geneigt, die Augen sind geschlossen. Das Lendentuch ist mit einem Überhang links schräg gerafft. Die Oberflächenmodellierung ist eher zart, die Gestaltung der Hände und Füße zeugt von hohem handwerklichem Geschick. Die Rippen sind lediglich angedeutet, das Wundmal am Oberkörper ist klar herausgearbeitet.

Die in den Sockel eingelassene Tafel aus Eichenholz trägt die folgende Inschrift: „Lass dein Leiden, lass dein Sterben / uns erretten vom Verderben / lass deine Angst und deine Pein / an uns nicht verloren sein / 1920-1992“. Mit diesem, vom Ostbeverner Wegekreuz übernommen Spruch und mit der dahinter von der Familie Mersmann ergänzten Gesamtdatierung wird ein Bezug zur wechselvollen, mit Unterstützung des Heimatvereins Ostbevern nachgezeichneten Geschichte des Kruzifixes hergestellt.

Dieses ist nach aktueller Recherche über 100, vermutlich sogar bis zu 150 Jahre alt. Obwohl aus Metall, einem bei Wegekreuzen ganz selten verwendetem Material gefertigt, soll es einen Blitzeinschlag um 1910 unbeschadet überstanden haben. Es fand dann erneute Verwendung an dem 1920 in Ostbevern-Überwasser aufgestellten Kreuz. 1975 erwarb die Emsdettener Familie Prenger Berninghoff den Hof. Sie ersetzte das inzwischen morsche Objekt 1980 durch ein neues Hofkreuz aus Sandstein. Der noch gut erhaltene alte Korpus aus Zinn wurde der Familie Große Westhues zurückgegeben.

Nachdem diese zunächst keinen geeigneten neuen Standort fand, kam der Zinnkorpus 1992 - durch verwandtschaftliche Beziehungen - zur Familie Mersmann nach Saerbeck. Bevor er dort am neuen Hofkreuz (s.o.) Verwendung fand, musste der linke Arm wieder befestigt werden. Ein Schmiedemeister aus Riesenbeck lötete diesen fachgerecht wieder an und versah die Figur von hinten mit einer Verstärkung.

Anstoß für die aufwändige Renovierung des gesamten Hofkreuzes im Sommer 2021 war eine Anfrage des Heimatvereins Saerbeck bei Frau Angela Mersmann, ob auch dieses Objekt in die (seit über 60 Jahren vom Heimatverein geführte) Liste der Bildstöcke und Wegekreuze aufgenommen werden könne. Ein Fall für Paul Wennemann, der schon etliche Bildstöcke und Wegekreuze in Saerbeck restauriert hat. Nach Runderneuerung sowie Bemalung entstand „ein wahres Kunstwerk“, so das lobende Urteil der Familie und des Heimatvereins.

Die Wiedereinsegnung von „Mersmanns Kreuz“ - unter Teilnahme der Nachbarschaft und von Vertretern des Heimatvereins - wurde am 07.08.2021 durch Pastor Ramesh vorgenommen. Das Paul Wennemann zugedachte Honorar geht als Spende an die Projekte von Pastor Ramesh in Indien. „Jetzt sehen wir das Hofkreuz mit ganz anderen Augen“, waren sich alle einig.

Mersmanns Kreuz 2Mersmanns Kreuz Standort

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