HV 2020

Pröbstings Bild

Der Bildstock ist auf 1729 datiert. Dies könnte jedoch auf einem Übertragungsfehler bei der 1960 erneuerten Inschrift auf der linken Seite beruhen. Er wurde wahrscheinlich erst in den 50iger Jahren des 18. Jahrhunderts aus Baumberger Sandstein hergestellt und 1759 errichtet. Dennoch gilt er als wohl ältester Bildstock in Saerbeck.

Das Bild befindet sich seit jeher am Rande des an den Kirchplatz angrenzenden Anwesens, seitlich versetzt hinter dem heutigen Geschäftshaus „Marktstraße 11“ (früher „Dorf Nr. 22“), und zwar im Verlauf einer Bruchsteinmauer (der Begrenzung zum alten, bis 1858 auf dem Kirchplatz vorhandenen Friedhofs).

Der auf einem Rechtecksockel mit inzwischen nicht mehr lesbarer Gebetsinschrift stehende barocke Bildstock hat eine außergewöhnliche Ikonologie. Er enthält eine kombinierte Darstellung zweier Stationen der kanonischen Kreuzwegandacht im Hochrelief: „Christus fällt unter dem Kreuz“ und „Begegnung mit seiner Mutter“. Es handelt sich damit um ein Trostbild aus der Passion Christi und aus den sieben Schmerzen Mariens.

Die profilierte obere Abdeckplatte trägt einen geschweiften und von Voluten (also spiralenförmig) gerahmten Aufsatz mit Steinkugelbekrönung. Das Kreuz darüber fehlt. Das Barockbild wurde von dem Bildhauer Johann Heinrich Freckmann aus Münster-St. Mauritz hergestellt.

Als Auftraggeber gilt die seinerzeit in dem Haus „Dorf Nr. 22“ wohnende Kaufmannsfamilie Dulle. Das Anwesen mit dem Bildstock kam durch Heirat 1876 an die namensgebende Familie Pröbsting (s. auch die entsprechende Inschrift auf der Rückseite des Bildes). Es folgten die Eigentümerfamilien Heüveldop, Iking und - gegenwärtig - Winnemöller.

Die Giebelinschrift war später nur noch fragmentarisch enthalten. Sie wurde bei der - verwitterungsbedingt - 1960 erforderlichen Restaurierung auf den (wahrscheinlich) ur-sprünglichen Text ergänzt:  „Er hat / fürwahr unsere / Krankheiten auf sich / getan (und unsere Schmerzen getragen)“.

Daraus wird der Stiftungsgrund für den im Volksmund auch „Pröbstings Pestbeld“ genannten Bildstock deutlich, nämlich der Zusammenhang mit Dankprozessionen nach den großen Epidemien im 17. Jahrhundert.

Zur Erinnerung an die erste Bildstockrestaurierung in Saerbeck ließ der Heimatverein 1965 eine Urkunde mit Angaben über die Restaurierung (so wurden die völlig verwitterten Seitenwände des oberen Teils materialgleich ersetzt) mit einer Kupferkapsel einbauen.

„Pröbstings Bild“ steht seit 1992 unter Denkmalschutz.

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