HV 1200

Technikgläubigkeit verbindet

Bericht in der WN vom 16.01.2020
Kooperationsprogramm führt Klimakommunen in Minnesota und NRW zusammen
Saerbeck -Es braucht wohl viel Energie, um dieses stramme Programm zu absolvieren. 21 Studenten der University of Minnesota (UMN) in den USA sind derzeit auf Energiewende-Exkursion in Nordrhein-Westfalen. Zwölf Tage lang machen sie sich schlau darüber, wie man hier auf den Klimawandel reagiert. „Deutschland: führend in der Energiewende“ steht über dem Programm. Das führt die Studenten nach Düsseldorf, Lüdenscheid, Münster - und in die Klimakommune Saerbeck. Von Alfred Riese

Kooperationsprogramm
Acht der 21 Studenten der University of Minnesota, die im Länder-Partnerschaftsprogramm auf Energiewende-Exkursion in NRW waren und dabei in Saerbeck auch das Brennereimuseum besuchten. Mit dabei: Alfons Günnigmann vom Heimatverein (links). Foto: Alfred Riese

Henri Parenteau, amerikanischer Student, über die Klimakommune Saerbeck
„Das ist eine sehr coole Sache“
Die Gläserne Heizzentrale, der Bioenergiepark mit dem Enerprax-Forschungsstandort der Fachhochschule Münster , das Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept, die Bürgergenossenschaft, der Energiestammtisch: Die Klimakommune hat ihren Besuchern einiges zu bieten.
Bei einem Diskussionsabend zeigte sich, dass es bei dieser internationalen Begegnung nicht nur um Politik, Konzepte und Technik ging. Die amerikanischen Studenten und ihre Gastgeber in Saerbeck wurden auch grundsätzlich. Deutsche und Amerikaner verbinde die Technikgläubigkeit, war eine These. Das verstelle oft den Blick auf die Frage: Rettet die Technik uns oder bringt sie uns um? Die Forderung: eine breite gesellschaftliche Diskussion über den Einsatz von Technik.
Einigkeit herrsche in Saerbeck auch bei der Frage, wie man die Energiewende angehen kann, wie man davon Menschen überzeugt: Den Spaß dabei nicht vergessen, Klimaschutz soll cool sein, wie wenn man mit dem beschleunigungsstarken Elektroauto Vollgas gibt.
Die Studentenexkursionen und etliche weitere Projekte finden statt im Rahmen eines transatlantischen Kooperationsprogramms der Bundesregierung, das sechs Klimakommunen in Minnesota und Nordrhein-Westfalen zusammenführt, unter anderem Saerbeck und Morris. Ein Gegenpart zur University of Minnesota ist die Fachhochschule Münster mit dem Fachbereich Energie, Gebäude, Umwelt und Prof. Christof Wetter.



Drucken E-Mail

Landfrauen haben volles Programm

Bericht in der WN vom 14.01.2020
Jahreshauptversammlung mit Ausblick auf attraktive Angebote -

Auf ein attraktives Programm für die kommenden Monate konnten die Landfrauen bei der Jahreshauptversammlung verweisen. 50 Mitglieder des wachsenden Verbands trafen sich für Rück- und Ausblick im Bürgerhaus. Lob für die Aktivitäten kam vom Kreisvorstand. Von Marlies Grüter

Landfrauen
Josef Berkemeier vom Heimatverein zeichnete in einem Vortrag Veränderungen der vergangenen 100 Jahre im Dorf am Beispiel der Lindenstraße nach. Foto: Marlies Grüter

Mit dem Bürgerhaus hatte der Landfrauenverband am Freitagabend einen gemütlichen Platz für die Jahreshauptversammlung gefunden. Mehr als 50 Frauen kamen, um in geselliger Runde mit dem Vorstand unter der Leitung von Christiane Selig auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurückzublicken und Zukunftspläne zu schmieden.

In ihrem Tätigkeitsbericht erinnerte Conny Puckert an zahlreiche Veranstaltungen, zu denen sich die Landfrauen in den vergangenen Monaten getroffen hatten. Kreative Angebote, Vorträge und Ausflüge standen auf dem Programm. Besonders in Erinnerung geblieben sind den Landfrauen das Wellness-Wochenende und der gemeinsame Besuch des Weihnachtsmarktes in Dortmund.
Dass auch die Finanzen stimmen, konnte Irmgard Lehringfeld mit Zahlen und Fakten belegen. „Dankeschön an einen so tollen Vorstand“, sagte Dorothee Kitten , die als Vertreterin des Kreisvorstandes an der Versammlung teilnahm. „Schaut weiterhin in unser umfangreiches Programmheft. Da findet ihr viele Angebote, die wir in den verschiedenen Orten auf Kreisebene für alle Landfrauen organisieren“, lud Dorothee Kitten ein.

Landfrauen 2

Mit dem Bürgerhaus hatten die Landfrauen für ihre Jahreshauptversammlung einen gemütlichen Ort gefunden. Foto: Marlies Grüter

Auch vor Ort hat der Vorstand für die kommenden Monate attraktive Veranstaltungen geplant. Für den Kursus „Glasdesign“ werden aktuell wegen der großen Nachfrage Zusatztermine koordiniert. Am 11. März geht es im Pfarrheim rund um leckere Smoothies. Ein Höhepunkt erwartet die Landfrauenmitglieder im November: Es ist eine Flusskreuzfahrt auf dem Rhein mit Besuch einiger Weihnachtsmärkte geplant.
Besonders freuten sich die Landfrauen, dass immer mehr Saerbeckerinnen den Weg in diesen Verband finden. Christiane Selig hieß auf der Versammlung Birgit Sahlmann, Michaela Plastrotmann und Maria Lohaus als Neumitglieder willkommen.
Im zweiten Teil des Jahrestreffens begaben sich die Landfrauen im Bürgerhaus auf Spurensuche im Dorf. Gemeinsam mit Josef Berkemeier vom Heimatverein beschäftigten sie sich mit den Veränderungen im dörflichen Leben der vergangenen 100 Jahre, dargestellt am Beispiel der Lindenstraße. Dazu hatte der Referent vom Heimatverein einen ebenso spannenden wie kurzweiligen Vortrag vorbereitet. Alte Fotos sowie bewegte Bilder von der Lindenstraße weckten bei den Landfrauen so manche Erinnerungen. Viele Häuser erzählen noch heute von der dörflichen Geschichte und den enormen Entwicklungen in Saerbeck in den vergangenen Jahrzehnten.

Drucken E-Mail

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Heidefest in Bertlings Haar

Bericht in der WN vom 15.10.2019

Entkusseln ist eine Knochenarbeit

Saerbeck - Wenn der historische Kiepenkerl mit rotem Halstuch und Kornflasche in der Hand mitten in der Bauerschaft durchs Gelände läuft, muss das einen Grund haben. Der Mann im Kostüm der früheren fliegenden Händler versorgte am Samstag im Landschaftsschutzgebiet Bertlings Haar rund 40 Mitglieder des Heimatvereins und der Landjugend mit einem Schluck zur Stärkung. Von Alfred Riese.

Heidefest 1
Hand in Hand arbeiteten der Heimatverein und die Landjugend bei der Pflegeaktion im Heidegebiet Bertlings Haar. Foto: Alfred Riese 

Zur Bildergalerie Heidefest-2019


Sie entkusselten anderthalb Stunden lang die rund vier Hektar, die das letzte größere Heidegebiet Saerbecks darstellen – Heidefest nannten sie es.

Das kleine Fest kam nachher, davor stand die Arbeit auf dem Plan. Einen Hänger voll kleiner Eichen, Birken, Kiefern und Brombeergestrüpp holten die Ehrenamtler aus der Fläche. „Wenn wir nichts täten, stünden hier bald wieder Bäume und die Heide wäre weg“, erklärte Peter Schwartze von der Biologischen Station Kreis Steinfurt die Aktion.

Als „Pflegebiotop“ beschrieb Peter Schwartze die Heide in Bertlings Haar. Entstanden ist sie in früheren Jahrhunderten durch Abplaggen, sozusagen der Ernten der Heidepflanzen zusammen mit der obersten Humusschicht als Strohersatz und Brennmaterial, und als Weide für Schafe und auch Bienen. Vor 200 Jahren boten im Wesentlichen 4000 Hektar Heide, zwei Drittel der Gemeindefläche von Saerbeck, die Lebensgrundlage 500 bis 1000 Einwohner, erläuterte Georg Berkemeier, Heimatvereinsmitglied und hauptberuflich Förster. Richtig ergiebig war das ohne Kunstdünger nicht, was den Begriff des „bettelarmen Heidebauern“ prägte.
Heidefest im Landschaftsschutzgebiet Bertlings Haar.

Wie seinerzeit erledigten die Leute von Landjugend und Heimatverein das so genannte Entkusseln per Hand. Kusseln nennt man die jungen Gehölze, die aus dem Boden geholt werden, bevor sie der Heide durch Schattenwurf schaden können. Zum Einsatz kamen Stecheisen, Spaten, als Hightech-Gerät ein orangener Extraktigator mit Greifklemme und Hebel-Rundblech und schiere Muskelkraft. Zuvor hatte schon der Bauhof einen Teil der Fläche mit Maschinen bearbeitet.

Während der Arbeiten entdeckte Peter Schwartze zwischen der Besenheide einige Pflanzen, die ihm einen Eintrag in das Landeskataster der floristischen Kartierung NRW Wert sind. Die im Boden festgekrallte Sparrige Binse zum Beispiel sei „etwas ganz Besonderes“ wie auch der Englische Ginster mit seinen Dornen. „So großflächig vertreten, ich bin begeistert“, bewertete Schwartze seine Funde, „hier ist das Samenpotenzial vergangener Jahrhunderte vorhanden – das hat die Qualität eines Naturschutzgebiets“.

Diese und etliche andere, typische Pflanzen- und Tierarten der Heide sind der Grund für die Knochenarbeit des Entkusselns oder den „Kampf gegen die natürliche Entwicklung zum Wald“, wie Schwartze sagte. Der Biologischen Station geht es beim Schutz der menschengemachten Heidelandschaft um Erhalt und Förderung „der Artenvielfalt und damit auch der genetischen Vielfalt, die den Menschen auf Dauer das Leben sichert“. Zum Beispiel durch die so genannte Ökosystem-Dienstleistung des Bestäubens durch Heide-Insekten.

Dem Heimatverein, der Landjugend und der gesamten Bürgerschaft in Saerbeck bescheinigte Peter Schwartze großes Engagement bei der Heimatpflege im Wortsinn, und das in der Heide nicht zum ersten Mal.

Drucken E-Mail

Vortrag zur Plaggenwirtschaft in Saerbeck

Öffentlicher Vortrag zur Plaggenwirtschaft in Saerbeck

Ein sehr interessanter Bildervortrag zur historischen Plaggenwirtschaft im ehemaligen Heidedorf Saerbeck wird  am 12. November 2019 ab 19.00  im Bürgerhaus  im Rahmen der öffentlichen Stifterversammlung der Bürgerstiftung Mehrgenerationenhaus -Altes Rathaus- Saerbeck  angeboten. Frank Witte von der Unteren Bodenschutzbehörde Steinfurt erläutert nach der kurzen Abhandlung der Stifungsregularien anschaulich die Entstehung und Verbreitung dieser typisch norddeutschen Form der Bodenbearbeitung.
Gerade in Saerbeck, bis in die Mitte des 20.Jahrhundert auch"Heidedorf genannt", war die Plaggendüngung mittels abgestochener und durch die Nutzung als Viehstreu aufgedüngter Heidesoden weit verbreitet. So entstanden Plaggenesche bis zu einer Mächtigkeit von 1,20 m. Strassen- und Feldbezeichnungen in Saerbeck zeugen noch heute noch von dieser Tradition. Die letzte zusammenhängende Heidefläche "Bertlings Haar"umfasst heute nur noch 1 Hektar und befindet sich im Sinninger Feld.

Die Teilnahme an der öffentlichen Veranstaltung ist kostenlos.
Beginn: Dienstag, den 12.November 2019 um 19.00 Uhr Bürgerhaus Saerbeck.

Drucken E-Mail

Heimatscheck für Saerbecker Heimatverein

Heimatscheck für Saerbecker Heimatverein

Zufriedene Gesichter im Vorstand des Saerbecker Heimatvereins. Die freudige Botschaft des Regierungspräsidenten Münster lag im Briefkasten. 2.000 EURO erhält der Heimatverein aus dem Heimatprogramm des Landes NRW. "

Heimatscheck2
Verwendet wird der Betrag für den dringend erforderlichen Austausch unserer Heizungsanlage", freute  sich Vereinskassierer Jürgen Zepp. "Ausserdem stehen noch die Sanierung des alten Restschornsteines unseres Brennereimuseums und die weitere Modernisierung und Verbesserung  des Medienkonzepts unseres Museums angesichts der stetig zunehmenden Anzahl der Führungen durch unser Museum an.
Das eine ist aus baulichen Gründen erforderlich, das andere sind wir den steigenden Besucherzahlen und unserem Brennereiführerteam schuldig."
"Möglich geworden ist die Unterstützung aus der Landeskasse, weil wir in unserem Antrag belegen konnten, dass der Heimatverein nicht nur das Kornbrennereimuseum und das Heimathaus weitestgehend mit eigenen Mitteln pflegt, sondern darüber hinaus auch aktiv Geschichte und das bäuerliche Leben Saerbecks sowie die plattdeutsche Sprache aufarbeitet und durch verschiedenste Veranstaltungen am Leben hält. Ausserdem ist auch ausdrücklich honoriert worden, das der Heimatverein zunehmend auch zu anderen Saerbecker Institutionen wie Bürgerstiftung,  Kolpingsfamilie, Landjugend, u.a. Kontakt sucht, um die Orts- und Heimatpflege stärker in die Breite zu tragen  und für gemeinsame Themen Kräfte zu bündeln", beschreibt der 1.Vorsitzende Martin Wenners den Hintergrund der Zuwendung.

Drucken E-Mail

  • 1
  • 2
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.