HV 1200

Plattdeutsches Theaterstück „Ehe op Tiet“

Bericht in der WN vom 10.01.2020
Taxifahrer macht Chaos perfektSaerbeck -

„Ehe op Tiet“ heißt das plattdeutsche Theaterstück, welches ab Ende März in der Bürgerscheune zu sehen sein wird. Die Komödie von Rolf Sperling, Stefan Bermüller und Jan Harrjes wird in insgesamt sechs Vorstellungen auf der Bühne gezeigt. Von Stefanie Behring

Landjugend 2020
Stecken mitten in den Proben: Die Theatergruppe der KLJB für die Komödie „Ehe op Tiet“: Nadine Schürmann, Anna-Maria Wesseler, Chris Stegemann, Simon Meier, Niklas Winkeljann, Anne Grüter und Hanna Rüschenschmidt (von links). Foto: Stefanie Behring

Umsonst und unkompliziert: E-Auto-Verleih stößt dennoch auf äußerst geringes Interesse
Eine Runde gefällig?

Wie man es von den Theateraufführungen der KLJB kennt, wird auch dieses Stück wieder für einige Lacher im Publikum sorgen. Seit über einem Monat treffen sich die drei Frauen und drei Männer zwei Mal wöchentlich, um mit unterstützender Regie die Textpassagen einzustudieren.
Im Mittelpunkt des Theaterstücks stehen Ewald und Charlotte Rosebrock – genauer gesagt ihre Ehe. Das Paar muss wie immer nach fünf Jahren ihren Ehevertrag erneuern. Für Herrn Rosebrock eine Selbstverständlichkeit: Eben schnell unterschreiben und damit ist die Angelegenheit erledigt. Allerdings zeigt Frau Rosebrock ihm deutlich: So hat sie sich das nicht gedacht! Sie träumt von Komplimenten und davon, umworben zu werden wie früher. Wie sie das bekommen kann, zeigt ihr ihre emanzipierte Freundin Margrit Stresemann.

Aber auch Ewald Rosebrock erhält Unterstützung: Sein Freund Bernd König soll ihm dabei helfen, die Ehe wieder etwas aufzupäppeln. Schließlich hat Bernd selbst ein Interesse am Fortbestehen der Ehe – wo sonst soll er denn nahezu täglich zu Mittagessen? Unterstützt wird Herr Rosebrock außerdem von seiner Sekretärin Barbara Hagen. Die naive Mitarbeiterin tut fast alles für ihren Chef.

Als dann plötzlich auch noch der Taxifahrer Willi Schmidt dazu kommt, ist das Chaos perfekt. Der Taxifahrer kann nämlich keiner Frau widerstehen und keine Frau kann ihm widerstehen. Es scheint so, als hätte auch Frau Rosebrock ein Auge auf den gut aussehenden Mann geworfen.

Wie die Geschichte letztendlich ausgeht und, ob die Ehe der Rosebrocks verlängert wird, zeigt sich bei der Premiere der Komödie am 28. März.

Neu ist in diesem Jahr auch ein Teil der Besetzung der Theatergruppe: Eine neue und dennoch bekannte Schauspielerin wird auf der Bühne zu sehen sein. Zudem wird die Gruppe von einer neuen Souffleuse unterstützt. Die Namen der Neuzugänge will die Gruppe zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.

Sitzplätze für die Vorstellungen können bereits jetzt bei Familie Böddeker ( ✆  0 25 74/88 85 57) reserviert werden.
Die Aufführungen beginnen jeweils um 19 Uhr in der Bürgerscheune. Die Seniorenvorstellung beginnt am Sonntag, 29. März, mit Kaffee und Kuchen. Gutscheine für das Theaterstück sind bei Familie Böddeker erhältlich.


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Heimatpreis an Heimatverein übergeben

Bericht in der WN vom 19.12.2019

Wenners: „Wir legen das Geld gut an“

Das Geld können sie gebrauchen, und die Trophäe hat einen hübschen Platz auf dem Kaminsims bekommen. Der Heimatverein freute sich über die Auszeichnung. Und er will das Thema Heimat weiter positiv besetzen.

Freitag, 20.12.2019, 19:00 Uhr
Heimatpreis
Vorstandsmitglieder des Heimatvereins nehmen den Heimatpreis von Bürgermeister Wilfried Roos (3.v.r.) und Kämmerer Guido Attermeier (2.v.r.) im Kaminzimmer des Brennereimuseums entgegen. Foto: Alfred Riese

Der erste Heimatpreis der Gemeinde Saerbeck wurde jetzt offiziell an den Heimatverein übergeben. Die hausförmige Trophäe aus Holz und Plexiglas mit pinkem Rahmen und NRW-Landeswappen findet ihren Platz auf dem Sims im Kaminzimmer des Heimathauses. Mehr noch kann der Verein mit den 5000 Euro Preisgeld anfangen. Bürgermeister Wilfried Roos sprach in der Runde von Vorstandsmitgliedern von einem „tollen Erfolg“ und einer „hohen Anerkennung durch den Gemeinderat“.

Als Zwecke, für die das Preisgeld gebraucht wird, nannte der Heimatvereinsvorsitzende Martin Wenners die Sanierung des Schornsteins des Brennereimuseums, den Umzug des Archivs und die Digitalisierung von dessen Beständen. „Wir legen das Geld gut an“, versprach er. Für Vorstandsmitglied Harald Schütz ist der Preis ein Beitrag dazu, das „Thema Heimat positiv zu besetzen und nicht den Rechten zu überlassen“. Dieses Thema voranzubringen in Verbindung mit der Förderung des Ehrenamts sei ein guter Weg, sagte Bürgermeister Roos.

„Mit den neuen Pauschalzuschüssen für Heimat- und Brauchtumspflege hat das Land NRW eine wirklich gute Idee gehabt“, erinnerte Roos daran, wer den Preis bezahlt. Die Gemeinde habe nach der ersten Runden aktuell die Mittel für den Heimatpreis 2020 beantragt und wolle zusätzlich auch Gelder für Projektförderung anfordern.

Der Rat habe den Preis absichtlich auf die vier Bewerber des ersten Durchgangs aufgeteilt und sei davon überzeugt gewesen, dass er „genau auf den Heimatverein passt“, erläuterte der Bürgermeister. Dort hätten sich viele Ehrenamtler über Jahre verdient gemacht. Zurzeit warte man im Rathaus auf die Vorgaben für Vergabekriterien für das kommende Jahr durch das Land. Dann würde das nächste Rennen eröffnet. Er forderte Vereine, Gruppen oder Initiativen ausdrücklich auf, sich erneut oder erstmalig zu bewerben. Im ersten Durchgang sei Saerbeck eine von nur vier Kommunen im Kreis Steinfurt gewesen, die die neue Möglichkeit genutzt habe. Ausgangspunkt war ein Antrag der CDU-Fraktion im Rat.

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Technikgläubigkeit verbindet

Bericht in der WN vom 16.01.2020
Kooperationsprogramm führt Klimakommunen in Minnesota und NRW zusammen
Saerbeck -Es braucht wohl viel Energie, um dieses stramme Programm zu absolvieren. 21 Studenten der University of Minnesota (UMN) in den USA sind derzeit auf Energiewende-Exkursion in Nordrhein-Westfalen. Zwölf Tage lang machen sie sich schlau darüber, wie man hier auf den Klimawandel reagiert. „Deutschland: führend in der Energiewende“ steht über dem Programm. Das führt die Studenten nach Düsseldorf, Lüdenscheid, Münster - und in die Klimakommune Saerbeck. Von Alfred Riese

Kooperationsprogramm
Acht der 21 Studenten der University of Minnesota, die im Länder-Partnerschaftsprogramm auf Energiewende-Exkursion in NRW waren und dabei in Saerbeck auch das Brennereimuseum besuchten. Mit dabei: Alfons Günnigmann vom Heimatverein (links). Foto: Alfred Riese

Henri Parenteau, amerikanischer Student, über die Klimakommune Saerbeck
„Das ist eine sehr coole Sache“
Die Gläserne Heizzentrale, der Bioenergiepark mit dem Enerprax-Forschungsstandort der Fachhochschule Münster , das Integrierte Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept, die Bürgergenossenschaft, der Energiestammtisch: Die Klimakommune hat ihren Besuchern einiges zu bieten.
Bei einem Diskussionsabend zeigte sich, dass es bei dieser internationalen Begegnung nicht nur um Politik, Konzepte und Technik ging. Die amerikanischen Studenten und ihre Gastgeber in Saerbeck wurden auch grundsätzlich. Deutsche und Amerikaner verbinde die Technikgläubigkeit, war eine These. Das verstelle oft den Blick auf die Frage: Rettet die Technik uns oder bringt sie uns um? Die Forderung: eine breite gesellschaftliche Diskussion über den Einsatz von Technik.
Einigkeit herrsche in Saerbeck auch bei der Frage, wie man die Energiewende angehen kann, wie man davon Menschen überzeugt: Den Spaß dabei nicht vergessen, Klimaschutz soll cool sein, wie wenn man mit dem beschleunigungsstarken Elektroauto Vollgas gibt.
Die Studentenexkursionen und etliche weitere Projekte finden statt im Rahmen eines transatlantischen Kooperationsprogramms der Bundesregierung, das sechs Klimakommunen in Minnesota und Nordrhein-Westfalen zusammenführt, unter anderem Saerbeck und Morris. Ein Gegenpart zur University of Minnesota ist die Fachhochschule Münster mit dem Fachbereich Energie, Gebäude, Umwelt und Prof. Christof Wetter.



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Landfrauen haben volles Programm

Bericht in der WN vom 14.01.2020
Jahreshauptversammlung mit Ausblick auf attraktive Angebote -

Auf ein attraktives Programm für die kommenden Monate konnten die Landfrauen bei der Jahreshauptversammlung verweisen. 50 Mitglieder des wachsenden Verbands trafen sich für Rück- und Ausblick im Bürgerhaus. Lob für die Aktivitäten kam vom Kreisvorstand. Von Marlies Grüter

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Josef Berkemeier vom Heimatverein zeichnete in einem Vortrag Veränderungen der vergangenen 100 Jahre im Dorf am Beispiel der Lindenstraße nach. Foto: Marlies Grüter

Mit dem Bürgerhaus hatte der Landfrauenverband am Freitagabend einen gemütlichen Platz für die Jahreshauptversammlung gefunden. Mehr als 50 Frauen kamen, um in geselliger Runde mit dem Vorstand unter der Leitung von Christiane Selig auf ein ereignisreiches Vereinsjahr zurückzublicken und Zukunftspläne zu schmieden.

In ihrem Tätigkeitsbericht erinnerte Conny Puckert an zahlreiche Veranstaltungen, zu denen sich die Landfrauen in den vergangenen Monaten getroffen hatten. Kreative Angebote, Vorträge und Ausflüge standen auf dem Programm. Besonders in Erinnerung geblieben sind den Landfrauen das Wellness-Wochenende und der gemeinsame Besuch des Weihnachtsmarktes in Dortmund.
Dass auch die Finanzen stimmen, konnte Irmgard Lehringfeld mit Zahlen und Fakten belegen. „Dankeschön an einen so tollen Vorstand“, sagte Dorothee Kitten , die als Vertreterin des Kreisvorstandes an der Versammlung teilnahm. „Schaut weiterhin in unser umfangreiches Programmheft. Da findet ihr viele Angebote, die wir in den verschiedenen Orten auf Kreisebene für alle Landfrauen organisieren“, lud Dorothee Kitten ein.

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Mit dem Bürgerhaus hatten die Landfrauen für ihre Jahreshauptversammlung einen gemütlichen Ort gefunden. Foto: Marlies Grüter

Auch vor Ort hat der Vorstand für die kommenden Monate attraktive Veranstaltungen geplant. Für den Kursus „Glasdesign“ werden aktuell wegen der großen Nachfrage Zusatztermine koordiniert. Am 11. März geht es im Pfarrheim rund um leckere Smoothies. Ein Höhepunkt erwartet die Landfrauenmitglieder im November: Es ist eine Flusskreuzfahrt auf dem Rhein mit Besuch einiger Weihnachtsmärkte geplant.
Besonders freuten sich die Landfrauen, dass immer mehr Saerbeckerinnen den Weg in diesen Verband finden. Christiane Selig hieß auf der Versammlung Birgit Sahlmann, Michaela Plastrotmann und Maria Lohaus als Neumitglieder willkommen.
Im zweiten Teil des Jahrestreffens begaben sich die Landfrauen im Bürgerhaus auf Spurensuche im Dorf. Gemeinsam mit Josef Berkemeier vom Heimatverein beschäftigten sie sich mit den Veränderungen im dörflichen Leben der vergangenen 100 Jahre, dargestellt am Beispiel der Lindenstraße. Dazu hatte der Referent vom Heimatverein einen ebenso spannenden wie kurzweiligen Vortrag vorbereitet. Alte Fotos sowie bewegte Bilder von der Lindenstraße weckten bei den Landfrauen so manche Erinnerungen. Viele Häuser erzählen noch heute von der dörflichen Geschichte und den enormen Entwicklungen in Saerbeck in den vergangenen Jahrzehnten.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen: Heidefest in Bertlings Haar

Bericht in der WN vom 15.10.2019

Entkusseln ist eine Knochenarbeit

Saerbeck - Wenn der historische Kiepenkerl mit rotem Halstuch und Kornflasche in der Hand mitten in der Bauerschaft durchs Gelände läuft, muss das einen Grund haben. Der Mann im Kostüm der früheren fliegenden Händler versorgte am Samstag im Landschaftsschutzgebiet Bertlings Haar rund 40 Mitglieder des Heimatvereins und der Landjugend mit einem Schluck zur Stärkung. Von Alfred Riese.

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Hand in Hand arbeiteten der Heimatverein und die Landjugend bei der Pflegeaktion im Heidegebiet Bertlings Haar. Foto: Alfred Riese 

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Sie entkusselten anderthalb Stunden lang die rund vier Hektar, die das letzte größere Heidegebiet Saerbecks darstellen – Heidefest nannten sie es.

Das kleine Fest kam nachher, davor stand die Arbeit auf dem Plan. Einen Hänger voll kleiner Eichen, Birken, Kiefern und Brombeergestrüpp holten die Ehrenamtler aus der Fläche. „Wenn wir nichts täten, stünden hier bald wieder Bäume und die Heide wäre weg“, erklärte Peter Schwartze von der Biologischen Station Kreis Steinfurt die Aktion.

Als „Pflegebiotop“ beschrieb Peter Schwartze die Heide in Bertlings Haar. Entstanden ist sie in früheren Jahrhunderten durch Abplaggen, sozusagen der Ernten der Heidepflanzen zusammen mit der obersten Humusschicht als Strohersatz und Brennmaterial, und als Weide für Schafe und auch Bienen. Vor 200 Jahren boten im Wesentlichen 4000 Hektar Heide, zwei Drittel der Gemeindefläche von Saerbeck, die Lebensgrundlage 500 bis 1000 Einwohner, erläuterte Georg Berkemeier, Heimatvereinsmitglied und hauptberuflich Förster. Richtig ergiebig war das ohne Kunstdünger nicht, was den Begriff des „bettelarmen Heidebauern“ prägte.
Heidefest im Landschaftsschutzgebiet Bertlings Haar.

Wie seinerzeit erledigten die Leute von Landjugend und Heimatverein das so genannte Entkusseln per Hand. Kusseln nennt man die jungen Gehölze, die aus dem Boden geholt werden, bevor sie der Heide durch Schattenwurf schaden können. Zum Einsatz kamen Stecheisen, Spaten, als Hightech-Gerät ein orangener Extraktigator mit Greifklemme und Hebel-Rundblech und schiere Muskelkraft. Zuvor hatte schon der Bauhof einen Teil der Fläche mit Maschinen bearbeitet.

Während der Arbeiten entdeckte Peter Schwartze zwischen der Besenheide einige Pflanzen, die ihm einen Eintrag in das Landeskataster der floristischen Kartierung NRW Wert sind. Die im Boden festgekrallte Sparrige Binse zum Beispiel sei „etwas ganz Besonderes“ wie auch der Englische Ginster mit seinen Dornen. „So großflächig vertreten, ich bin begeistert“, bewertete Schwartze seine Funde, „hier ist das Samenpotenzial vergangener Jahrhunderte vorhanden – das hat die Qualität eines Naturschutzgebiets“.

Diese und etliche andere, typische Pflanzen- und Tierarten der Heide sind der Grund für die Knochenarbeit des Entkusselns oder den „Kampf gegen die natürliche Entwicklung zum Wald“, wie Schwartze sagte. Der Biologischen Station geht es beim Schutz der menschengemachten Heidelandschaft um Erhalt und Förderung „der Artenvielfalt und damit auch der genetischen Vielfalt, die den Menschen auf Dauer das Leben sichert“. Zum Beispiel durch die so genannte Ökosystem-Dienstleistung des Bestäubens durch Heide-Insekten.

Dem Heimatverein, der Landjugend und der gesamten Bürgerschaft in Saerbeck bescheinigte Peter Schwartze großes Engagement bei der Heimatpflege im Wortsinn, und das in der Heide nicht zum ersten Mal.

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