HV 2020

Von Sachsen und Saerbeckern

Heimatverein auf den Spuren der Dorfgeschichte

Bericht in der WN vom 31.07.2022

Saerbeck  Gibt es ihn eigentlich – den Ur-Saerbecker? Eine Frage, die am Samstag die Saerbecker Heimatfreunde brennend interessierte. Von Marlies Grüter

Gibt es ihn eigentlich – den Ur-Saerbecker? Eine Frage, die am Samstag die Saerbecker Heimatfreunde brennend interessierte. Auf Einladung des Heimatvereins machten sich 20 geschichtlich Interessierte mit dem Rad auf den Weg in die Vergangenheit des Dorfes. „Auf den Spuren der Sachsen“, hieß der Titel der geführten Radtour, die nicht 900, sondern 1500 Jahre Siedlungsgeschichte in den Blick nahm.
SachsentourEiner, der sich bestens mit den Anfängen Saerbecks auskennt, ist Herbert Neise. Seit mehr fast vier Jahrzehnten ist der ehrenamtliche Mitarbeiter des Westfälischen Museums für Archäologie und Beauftragter für die Bodendenkmalpflege in Saerbeck unterwegs. Bei allen Bodenbewegungen ist er zur Stelle, um archäologische Funde zu bergen, zu bewerten und verfügbar zu machen.
Die Mitglieder des Heimatvereins recherchierten umfangreich und stellten einen informativen Rundgang zusammen. Im Heimatmuseum im Obergeschoss der alten Dorfschule ist so eine archäologische Sammlung entstanden, die das Gedächtnis der Anfänge des Dorfes ist. „Um 500 sind die Sachsen aus dem Norden nach Westfalen gekommen“, erzählt Herbert Neise den Heimatfreunden und präsentiert ihnen zum Start der Radtour Fundstücke und Karten in den Räumen des Heimatmuseums.
„Viele große Familienverbände machten sich damals mit Sack und Pack auf in südlichere Gefilde“, schildert Neise die Vorgeschichte der ersten frühmittelalterlichen Ansiedlungen an Ems, Glane und Mühlenbach. „Damals war hier im Münsterland nichts los. Nur wenige Siedlungen, also Platz genug für einen Neuanfang der Sachsen.

Im Gepäck hatten die Familien nur wenige bewegliche Güter, Werkzeug, Saatgut und Vieh. Der Tross kam hier an und einige Familien siedelten auf den Hochterrassen von Ems, Glane und Mühlenbach. Andere zogen weiter. Was die Sachsen brauchten, waren Wohnung, Kleidung, und Nahrung.“

Ihre Siedlungen legten sie vorzugsweise auf hochwasserfreien, flussnahen Terrassen an. Das Vieh weidete vermutlich in den feuchten Flussauen, während die Terrassenflächen im Bereich der Höfe für den Ackerbau genutzt wurden.

In unregelmäßigen Abständen von einigen Kilometern siedelten sich die Familien im heutigen Gemeindegebiet an und bauten die typischen Fachwerkhäuser. Neise erklärt mit vielen Bildern, wie die Archäologen diese sächsischen Siedlungen anhand von Verfärbungen im Boden und mit weiteren Funden nachweisen. „Insgesamt können wir jetzt an sechs Stellen in Saerbeck sagen: da haben mal Sachsenhöfe gestanden“, berichtet Neise. „Die Bauernhöfe, die noch heute an diesen Stellen stehen, sind schon sehr alt.“

„Super spannend“, finden die Hobbyhistoriker des Heimatvereins und schwingen sich auf die Räder, um genau zu erkunden, welche Plätze die Sachsen für ihre Ansiedlung vor 1500 Jahren in Saerbeck ausgewählt haben. Siedlungsplätze sind nachgewiesen an der Ems in Middendorf. Besonders interessant sind für die Radler Fundorte „im Dorf“ am Eichgrund und an der alten Grevener Straße. Zwei Standorte erkundet die Gruppe oberhalb der Glane in Andrup.

Wie war das Leben in einem Sachsenhof? Darauf gibt es eine Antwort bei einem Abstecher in Pentrup. Hier empfängt Herbert Runde vom Heimatverein Greven die Gruppe. „So wie die Anlage hier in Greven rekonstruiert wurde, können wir uns auch die Sachsenhöfe in Saerbeck vorstellen“, erfahren die Heimatfreunde und radeln zurück, um im Heimathaus in gemütlicher Runde den Ausflug in die Vergangenheit zu beschließen.

Wie ging die Geschichte weiter? Das Dorf Saerbeck bildete sich um die Kirche auf dem Kirchberg und entwickelte sich über die Jahrhunderte. Erstmalig urkundlich erwähnt werden Kirche und Dorf im 12. Jahrhundert. In einer kaiserlichen Urkunde aus dem Jahr 1122 wird dem Kloster Cappenberg der Besitz des „curtis sorbeke“, des Oberhofes Saerbeck, bestätigt. Diese Erwähnung jährt sich 2022 zum 900. Mal und ist der Grund für die Jubiläumsfeier Ende August.

Und? Gibt es den Ur-Saerbecker? Klare Antwort am Ende einer spannenden Tour in die Vergangenheit: „Die ersten Saerbecker waren Sachsen.“

Im Rahmen seiner Aktivitäten im Umfeld des Dorfjubiläums bietet der Heimatverein eine Radtour zum Heidegebiet „Bertlings Haar“ an.
Treffpunkt ist am Sonntag, den 21. August, um 14 Uhr auf dem Parkplatz am Bürgerhaus. Fachleute führen alle Interessierten in kleinen Gruppen über Heidefläche.

Eine Anmeldung ist hier möglich: Radtour "Die Heide blüht" Pfeil2

Drucken E-Mail

Saerbecker Wasserwegen auf der Spur

Leitthema der Landfrauen

Bericht in der WN vom 19.07.2022

Saerbeck    Die interessierten Landfrauen trafen sich im Heimathaus und erfuhren dort schon allerlei Wissenswertes über das Element Wasser und sein vielfältiges Nutzungsspektrum

Weltweit haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Die Tatsache und das Leitthema Wasser des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes haben den Ortsverband der Landfrauen Saerbeck auf die Idee dieser Veranstaltung gebracht. Ziel sollte sein, auf die globale Situation der Wasserknappheit hinzuweisen und gleichzeitig durch den lokalen Bezug für einen sorgsamen Umgang mit dem wertvollen Nass zu werben.

Wasser3Für die Umsetzung haben die Landfrauen den Heimatverein mit ins Boot genommen und unter dessen Federführung eine Veranstaltung mit dem Fokus auf Wasser in Saerbeck gestaltet. Die Mitglieder des Heimatvereins recherchierten umfangreich und stellten einen informativen Rundgang zusammen.

Die interessierten Landfrauen trafen sich am späten Nachmittag des 15. Juli im Heimathaus und erfuhren dort schon allerlei Wissenswertes über das Element Wasser und sein vielfältiges Nutzungsspektrum. Über alte Pättken des Ortes wie z.B. den Heckebaum ging es zuerst zu Bussmannsbach. Hier sind noch die Spuren einer alten Waschstelle am Bach deutlich zu erkennen. Aufgrund der fehlenden Niederschlagsmengen in den letzten Monaten führt auch dieser Bach schon nur noch sehr wenig Wasser und man konnte einen Bogen zur weltweiten Wasserknappheit schlagen. Später stoppte die Gruppe an der Stelle des ehemaligen Dorfteiches. Die Vorstellung, dass sie auf dem Weg entlang des Mühlenbaches früher gerade mitten im Dorfteich gestanden hätten, fiel den Landfrauen eher schwer.

Ein Blick auf eine Karte aus dem Jahr 1828 bestätigte aber die Aussagen. Zwei Mühlen am Ende des Dorfteiches, in dem Bussmannsbach und der Mühlenbach aufgestaut wurden, erklären dann auch woher der Name Mühlenbach gekommen ist. Folglich wurde in Saerbeck schon lange Zeit mit den Mühlen Energie aus Wasser gewonnen. Weiter am Mühlenbach entlang sprangen die renaturierten Flächen des Mühlenbachs in Auge. Hier und an zwei anderen Stellen in Saerbeck hat die Wasserbehörde nach den schweren Regenfällen im Sommer 2010 und dem Fingerzeig, dass die Natur solche Regenmengen nicht einfach aufnehmen kann, einige Flächen als Hochwasserschutz renaturiert.

Nach so vielen Informationen und einigen gelaufenen Kilometern klang der Abend in angenehmer Atmosphäre, einer kleinen Stärkung und natürlich dem ein oder anderen getrunkenen Wasser im Heimathaus aus.

Drucken E-Mail

Weder Grab noch Geldtresor

Was es mit dem alten Gemäuer an Pastors Allee auf sich hat

Bericht in der WN vom 07.07.2022 Von Kaja Niemeyer

Während des Zweiten Weltkrieges, insbesondere in den letzten beiden Kriegsjahren, hatten viele Menschen bei Fliegeralarm Schutz gesucht hinter den dicken Mauern des Bunkers.
Wer auf Pastors Allee spaziert, der hat vielleicht schon einmal vor dem klobigen Kasten aus Stein innegehalten, der da aus einem Hügel herausragt. Auf den ersten Blick könnte man an eine Grabstätte denken, deren Eingang nachträglich mit einer Platte verschlossen wurde.
Pastors allee

Auf den ersten Blick könnte man an eine Grabstätte denken, deren Eingang nachträglich mit einer Platte verschlossen wurde. Womöglich handelt es sich aber auch um einen ehemaligen Bunker. Ähnliche Überlegungen stellte vor einiger Zeit ein Passant aus Greven an. Weil der Wallstollen für ihn ein Rätsel blieb, wandte er sich an unsere Zeitung mit der Bitte um Aufklärung.

So viel vorweg: Leichen verbergen sich definitiv nicht hinter den Mauern, die zu den ältesten, noch erhaltenen in Saerbeck gehören. Wenn überhaupt, dann verwesen hinter ihnen höchstens ein paar Fledermäuse. Und: Auch als Geldtresor hat das Bauwerk niemals gedient. „Das ist nur ein Gerücht“, sagt Josef Berkemeier vom Heimatverein und lacht.

Drucken E-Mail

Neues Licht auf alte Werke

„Ringtausch“ im Heimatverein

Harald Schütz neuer Vorsitzender
WN vom 30.08.2021    
Saerbeck      Martin Wenners (bislang Vorsitzender des Heimatvereins) übernimmt jetzt die Aufgaben des Kassieres. Ergo muss ein neuer Vorsitzender bestimmt werden. Zum neuen Vorsitzenden bestimmte die Versammlung Harald Schütz, der bislang als zweiter Vorsitzender im Vorstand mitarbeitete.

Von Marlies Grüter
Die vielfältigen Aufgaben an der Spitze des Heimatvereins sollen neu verteilt werden – diesem Wunsch des Vorstandsteam kamen die Mitglieder des Heimatvereins gerne nach. In der Mitgliederversammlung, die im kleinen Kreis in der Bürgerscheune stattfand, nahmen sie mit einstimmiger Wahl die vom Vorstand erarbeiteten Vorschläge an: Martin Wenners (bislang Vorsitzender des Heimatvereins) übernimmt jetzt die Aufgaben des Kassierers. Jürgen Zepp, der bisher den Geldverkehr managte, stand für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung.

GV 2021

Mit dem Wechsel auf die Position des Schatzmeisters legte Martin Wenners sein Amt als erster Vorsitzender nieder. Zum neuen Vorsitzenden bestimmte die Versammlung Harald Schütz, der bislang als zweiter Vorsitzender im Vorstand mitarbeitete. Die dadurch vakante Position eines stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt nun Jürgen Zepp. Ihm zur Seite steht als weiterer Stellvertreter Norbert Winkelmann, der in seinem Amt bestätigt wurde.

Jürgen Zepp übergibt an Martin Wenners einen trotz einiger Einschränkungen durch die Pandemie finanziell solide aufgestellten Verein. „Keine Führungen, kein Verkauf im Heimathaus, keine Einnahmen durch den Adventsmarkt haben natürlich unsere Kasse belastet“, bilanzierte Jürgen Zepp. Dennoch ist es gelungen, umfangreiche Renovierungsmaßnahmen am Gebäude des Brennereimuseums vorzunehmen. So wurde im Sommer 2020 der Schornstein saniert. Die Kosten konnten aus Fördergeldern und Rücklagen getragen werden.

Damit die Alte Brennerei noch besser erlebbar wird, gelang es, im Inneren des Brennereimuseums ein neues Lichtkonzept zu verwirklichen und interaktive Medien und Präsentationstechnik zu installieren. Eine neue Bestuhlung in der „Guten Stube“ des Heimathauses lädt zum Verweilen ein. Auch die Digitalisierung hielt Einzug beim Heimatverein. Das Ergebnis können alle Mitglieder und Gäste sehen, wenn sie die Homepage des Vereins besuchen.

„Wir haben trotz oder wegen Corona die Zeit genutzt, uns intensiver um das Print-Archiv zu kümmern“, erläuterte Schriftführer Josef Berkemeier in seinem Rückblick auf die Vereinsaktivitäten. Das Archiv ist im Frühjahr 2020 in die Alte Dorfschule umgezogen und bietet Wissbegierigen und Ahnenforschern beste Möglichkeiten der Recherche.

„Sie sind ein moderner Heimatverein ohne angestaubtes Image“, lobte Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg. „Mit viel Leidenschaft, der Liebe zum eigenen Ort und neuen Medien gelingt es Ihnen, das kulturelle Erbe des Dorfes auch an die jüngere Generation weiterzugeben.“ Die Aktivitäten des Heimatvereins machten es den Menschen leichter, sich mit dem Wesen und dem Wert des Dorfes zu identifizieren. „Beim großen 900-jährigen Jubiläum des Dorfes im kommenden Jahr werden der Heimatverein und die Gemeinde sicher viele Berührungspunkte haben“, so Lehberg.

Die nächsten Aktivitäten hat der Heimatverein schon geplant: Am Samstag, 25. September, geht’s mit Handschuhen und Spaten zur Pflege der Heidefläche in Bertlings Haar. In Vorbereitung ist ein Heimatabend Ende November sowie ein Klön-Café im Frühjahr 2022.


 


Drucken E-Mail

Ostergruß

 "Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen." (Johann Wolfgang von Goethe)
Liebe Heimatfreunde, die Corona-Pandemie hat für uns alle eine ungewohnte und befremdliche Situation geschaffen. Auch unser Heimatverein ist davon natürlich betroffen. Wir hatten vieles geplant, was uns im Verein und in unserer Gemeinde wie gewohnt zusammenbringen sollte. Nun müssen wir stattdessen - ganz besonders am bevorstehenden Osterfest- gemeinsam mit diesen besonderen Umständen zurecht kommen und das beste daraus machen. Dabei hilft sicher die Gewissheit, dass es eine Zeit nach Corona geben wird, in der wir unsere gemeinsamen OsternAktivitäten wieder im normalen Umfang aufnehmen können. Vielleicht sogar gestärkt durch die besonderen Erfahrungen und Erlebnisse dieser Zeit. Bis dahin wünscht Ihnen der Heimatverein trotz der widrigen Umstände ein gesegnetes Osterfest im Kreise Ihrer Familien.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen nach Corona und melden uns, wenn wir unsere gemeinsamen Vereinsaktivitäten wieder aufnehmen können.

Bleiben Sie gesund!

Drucken E-Mail

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.