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Biographie Heinz Hoppe

Bei dem Treffen am 30. Oktober 2008 stellte Franz Lüttmann die nun erschienene Biographie, verfasst von Joachim Puttkamer, Graal-Müritz (Ostsee), vor.

Die Biographie beginnt mit Reaktionen auf seinen plötzlichen Tod.
So schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa): "Eine der großen Figuren der deutschen Sängerlandschaft ist tot. Für die Familie und die zahllosen Bewunderer des fast schon legendären Tenors kam dieser Tod buchstäblich wie der Blitz aus heiterem Himmel." Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung schrieb in einem Nachruf: "Heinz Hoppe war ein lyrischer Tenor par excellence, seine Stimme vereinte samtenen Schmelz mit einer strahlenden, niemals scharfen Höhe." Sein Repertoire umfasste auf der Bühne 44 Opernpartien, über 50 Opern- und Operettenaufnahmen verfasste er für den Rundfunk, dazu ist er auf über 200 Schallplatten zu hören.

Die Biographie berichtet von den Auslandsgastspielen mit der Hamburger Staatsoper, die im Juni 1967 als erstes ausländisches Opernensemble an dem Metropolitan Theatre in New York und in Montreal bei der Weltausstellung gastieren durfte. Das Ensemble führte mehrere Werke von Komponisten des 20.Jahrhunderts auf, ein "ungeheuer tollkühnes Unternehmen", schrieb der Kritiker Robert Everett. "Das Hamburger Ensemble bot keine großen Namen und gastierte in der Zwischensaison, in der flauesten Zeit, mit unzureichender Werbung und ohne die Abonnenten. Nichtsdestoweniger gelang es ihnen, die 4000 Plätze in der Metro bis auf 92 Prozent zu füllen!"

Zu den besten Freunden von Heinz Hoppe zählte der Wiener Komponist Robert Stolz. "Er war mein väterlicher Freund" erzählte Heinz Hoppe. Zu seinen Lieblingsliedern zählte das Lied "Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde". Als Stolz einmal das Hoppe-Haus in Middendorf sah, sagte er. "Wenn ich das Lied noch nicht geschrieben hätte, hier wäre es genau richtig".
Heute zieren eine Linde und eine Bank die Anlagen vor dem Haus in Middendorf. Die Bank schenkte der Jagdfreund Karl König der Schwester des Sängers Elli, die ihrerseits eine Bank zu dieser Idylle beisteuerte.
Eine große Bewunderin der Sangeskunst von Heinz Hoppe war Einzi Stolz, die Witwe des Wiener Komponisten. Sie schrieb ihm 1982: "Du bist wie ein guter Wein - Mit den Jahren gewinnt nicht nur die Ausdruckskraft Deiner Stimme, sondern auch Dein Einfühlungsvermögen, Deine so gefühlvolle Wiedergabe und Deine Faszination des Publikums werden immer besser." Ein Jahr später schreibt sie ihm weitere Komplimente: "Du singst wie in der Zeit, als Du mit Robert die schönsten Schallplattenaufnahmen und Fernsehshows gemacht hast!"

 

Daten:    

26. Januar 1924:

  Heinz Hoppe wird in der Saerbecker Bauerschaft Middendorf als zweites von sieben Kindern der Eheleute Louise und Franz Hoppe geboren.

Im April 1941

  wurde er als 17jähriger "eingezogen", musste also an die Front.

Im März 1942

  erlitt er einen Unterschenkel-Durchschuss, wurde als geheilt aus dem Lazarett entlassen und kam wieder an die Ostfront. Er bekam noch weitere Schüsse ab, aber "es waren nur leichte Verletzungen" erzählte er einmal.

Im Herbst 1944

  geriet er in russische Gefangenschaft, das Lager befand sich 2000 Kilometer hinter dem Ural in Sibirien. 40 Grad minus betrug hier die Durchschnittstemperatur. In jeder zweiten Woche hatten die Gefangenen einen freien Tag. Sie bildeten einen Kulturclub und versuchten, den harten Überlebenskampf zu vergessen. Heinz Hoppe sang Lieder und begeisterte mit seiner Naturstimme die Kameraden.

1948:

  wurde Heinz Hoppe mit Dystrophie, Herzproblemen, geschwollenen Händen und Füßen nach Hause entlassen. Als er in Saerbeck ankam, wog er bei einer Größe von 1,87 Metern 54 Kilogramm

1950:

  zwei Semester Musikstudium an der Musikhochschule Münster

1951:

  Fortsetzung des Studiums in Detmold

1953:

  Erstes Engagement an den Städt. Bühnen in Münster. Monatsgage 650 DM, erste Rolle in der Oper "Xerxes" (Händel)

1955/56 :

  Verpflichtung durch das Staatstheater Bremen. Schallplattenvertrag mit Telefunken-Decca. -

27. Juni 1956:

  Debüt an der Hamburger Staatsoper mit Mozarts "Zauberflöte". Mit der Hamburger Staatsoper August und September 1956 erstes Ausland-Gastspiel in Edinburgh. An der Hamburger Staatsoper übernahm er das gesamte Mozart-Repertoire

8. August 1962:

  Der Senat der Stadt Hamburg ernennt Heinz Hoppe zum Kammersänger. Mit 38 Jahren war er der jüngste Kammersänger Deutschlands

1967, Juni:

  Gastspiele an der Metro in New York und in Montreal/Kanada (Weltausstellung)

27. April 1969:

  Ende des Vertrags mit der Hamburger Staatsoper, letzte Vorstellung mit dem "Meistersinger von Nürnberg (Wagner), anschließend freiberuflich tätig mit zahllosen Fernseh-Auftritten Oktober

1970:

  Gastspielreise durch Japan, bis zu 60 Konzerte ausschließlich mit Kompositionen von Robert Schumann 

27. Okt. 1977 :

  Ernennung zum Professor für Sologesang an der Staatlichen Musikschule Heidelberg/Mannheim

7. April 1993:

  Heinz Hoppe stirbt nach einer Operation in Mannheim
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